Vor zehn Jahren, 2016 im Herbst, erschien die Biografie eines Kochbuchs. Das „Bayerische Kochbuch“ erzählt Kulturgeschichte. Ein für mich großes Projekt fand einen guten Abschluss. Grund genug zurückzublicken.

Angefangen hatte es mit einem eher zufälligen Zusammentreffen meines sprachwissenschaftlichen und meines kochenden Ichs. Dazu kamen freie Zeit und die Freude an Kochbüchern.

Manches im Leben geschieht planvoll, vieles ergibt sich und wieder anderes stößt einem zu. Alles kann ein Glück sein. Als ich 2009 ein neues Bayerisches Kochbuch für den Haushalt kaufte, ahnte ich nicht, was ich damit lostreten sollte. Die Veränderungen der neuen Auflage weckten das Interesse an der Vergangenheit des Werks. Ich fragte mich: Wie sah das Bayerische Kochbuch wohl früher aus? Wie hat es sich entwickelt?

Biografie eines Kochbuchs, S. 9

Das daraus ein mehrjähriges Projekt werden sollte, war am Beginn nicht absehbar. Aber nach kurzer Zeit wuchs mein Interesse und nach der Verwunderung folgte der Zuspruch von vielen Seiten.

Ich frage beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten um eine Förderung an und erhielt sie für das Projekt Das Bayerische Kochbuch als Quelle zur Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts vom Juli 2011 bis Juni 2013. Die Förderung des StMELF bedeutete Struktur, finanzielle Unterstützung und sie öffnete mir Türen, z. B. die zum Archiv der ehemaligen Wirtschaftlichen Frauenschule in Miesbach, heute Teil des Staatlich Beruflichen Schulzentrums Miesbach. Dort wurde ich freundlich aufgenommen, konnte im SchülerInnenheim übernachten und war ganz nah dran, am Ort der Geburt des Werks, das seit Jahrzehnten unter dem Namen Bayerisches Kochbuch bekannt ist.

In Miesbach entstand die Idee einer Ausstellung zur Geschichte des Kochbuchs. Mit Archivfunden, historischen Gegenständen und den von mir zusammengetragenen Auflagen des Kochbuchs wurde die Kochbuchgeschichte in den Räumlichkeiten der denkmalgeschützten Schule sichtbar. Gefördert wurde die Ausstellung vom Birken Verlag, dem Bezirk Oberbayern und der Bayerischen Volksstiftung. (Foto der Ausstellung) Im Maurus Verlag Miesbach erschien der Katalog.

Ausstellungskatalog 2015
100 Jahre Kochbuchgeschichte. Ausstellungskatalog 2015

Ausstellung und Katalog erforderten komprimierte Texte. Das war eine gute Voraussetzung für das Schreiben der Biografie, in der ich die Ergebnisse meiner Forschung ausführlich darstellen konnte. Ende 2015 war es soweit und ich konnte der Fertigstellung des Buches erahnen. Ein Crowdfunding finanzierte den Buchsatz in der Satz-Offizin Hümmer und lieferte dem Pustet Verlag Subskribenten. Nach zwei Auflagen in Regensburg erscheint die dritte der Biografie eines Kochbuch 2021 als Softcover beim Verlag Königshausen & Neumann. Meine Auflagensammlung gehört mittlerweile zum Bestand der Staatlichen Bibliothek Regensburg.

Das alles ist nun zehn Jahre her. Es füg sich, dass es in diesem Jahr einen weiteren Grund zum Feiern gibt. Die Geschichte geht weiter: Das Werk, dass der Dreh- und Angelpunkt meines Projekts war, das Bayerische Kochbuch, wurde in der 57. Auflage neu aufgelegt! Mehr als 75 Jahre war der Birken Verlag in München sein zu Hause. Im Sommer 2026 hat diese Aufgabe der Pustet Verlag in Regensburg übernommen. Herzlichen Glückwunsch! Unversehens beschert das auch der Biografie eines Kochbuchs wieder neue Aufmerksamkeit in der Presse u.a. im Heft 62 der MUH (unten Seiten 72, 74, 75, Fotos rf).

Ich freue mich für das Bayerische Kochbuch und wünsche ihm bei seiner neuen Bleibe viele alte und neue Leserinnen und Leser!

10 Jahre Biografie eines Kochbuchs